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Jugendschutz in der Ausbildung

Bevor es mit der Ausbildung losgehen kann, müssen Sie erst einmal eine ärztliche Voruntersuchung durchlaufen. Danach dürfen Sie zwar arbeiten, aber nur im Rahmen der Grenzen des Jugendschutzes. Keine Sorge: Es ist eine Menge erlaubt.

Die Bescheinigung der ärztlichen Erstuntersuchung müssen Sie bereits vor der Ausbildung vorlegen. Allerdings muss das Attest Ihrer Arbeitsfähigkeit nicht brandneu sein: 14 Monate lang ist die Bescheinigung gültig.

Werden Sie nicht innerhalb des ersten Ausbildungsjahres volljährig, ist nach zwölf Monaten eine zweite Untersuchung vorgeschrieben. Ihr Ausbilder sollte Sie zwar rechtzeitig daran erinnern, aber merken Sie sich das Datum am besten selbst – man wird beeindruckt sein, wie organisiert Sie sind.

Arbeitszeiten in der Ausbildung

Von wann bis wann Sie genau arbeiten müssen in der Ausbildung, hängt vom Job, der Branche, dem Unternehmen und Ihrem Chef ab. Manche Firmen bestehen auf einem Arbeitstag von neun bis 18 Uhr, andere erlauben Gleitzeit. Grundsätzlich darf die Arbeit nicht vor sechs Uhr morgens beginnen oder nach acht Uhr abends enden. Doch es gibt Ausnahmen im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG): Wer eine Bäckereilehre macht, muss mitunter schon um vier in der Backstube stehen; wer in der Gastronomie lernt, hat erst um 22 Uhr Feierabend.

Sobald Sie volljährig sind, gelten für Sie nur noch die Regelungen des „normalen“ Arbeitsrechts. Ihr Arbeitstag darf dann jederzeit beginnen oder enden.

Acht Stunden pro Tag plus eine Stunde Pause

Für minderjährige Azubis ist nach acht Stunden pro Tag Schluss. Mal eine halbe Überstunde ist erlaubt, solange eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden nicht überschritten wird.

Außerdem haben Sie ein Anrecht auf regelmäßige Pausen. Als „Pause“ gilt eine Auszeit übrigens erst, wenn sie mindestens 15 Minuten dauert. Raucherpausen sind damit keine Pausen nach dem Arbeitsrecht und müssen individuell mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden. Wer einen vollen Achtstundentag arbeitet, dem muss eine 60-minütige Pause gewährt werden – und zwar am Stück. Wer zwischen viereinhalb und sechs Stunden arbeitet, hat Anrecht auf 30 Minuten.

Freie Wochenenden sind Gesetz

Für Minderjährige in einer beruflichen Ausbildung besteht die Arbeitswoche aus fünf Arbeitstagen, und zwar Montag bis Freitag. Die Wochenenden sieht das Jugendarbeitsschutzgesetz als grundsätzlich frei an. Wieder mit einem „Aber“: In der Gastronomie oder im Handel dürfen Sie auch am Samstag, in der Gastronomie sogar jeden zweiten Sonntag eingesetzt werden. Allerdings muss Ihr Arbeitgeber dann dafür sorgen, dass Sie zu einem anderen Zeitpunkt in der Woche zwei aufeinanderfolgende Tage frei haben.

Arbeiten an Feiertagen

Nahezu dieselben Ausnahmen gelten für die Feiertage. Am 24. und 31. Dezember aber ist in jedem Fall, unabhängig von der Branche, um 14 Uhr Feierabend. Der 25. Dezember, Neujahr, der erste Osterfeiertag sowie der Tag der Arbeit
(1. Mai) ist immer und ausnahmslos frei für Sie – solange Sie noch nicht volljährig sind. 

 

Urlaubsanspruch in der Ausbildung

Das Schönste an der Arbeit ist der Urlaub! Zumindest wichtig ist er, um neue Kraft zu schöpfen. Als 15-Jähriger haben Sie laut Gesetz Anspruch auf 30 Werktage Urlaub, als 16-Jähriger auf 27 Werktage und als 17-Jähriger auf 25 Werktage. Danach gilt das normale Arbeitsschutzgesetz, das Ihnen 24 Werktage gewährt. Wohlgemerkt: Werktage – und davon hat die Woche sechs. Mit 30 Tagen Urlaub können Sie also fünf Wochen Urlaub am Stück machen, wenn Ihr Ausbildungsbetrieb Sie lässt. Mindestens zwei Wochen am Stück muss er Ihnen, gesetzlich vorgeschrieben, aber auf jeden Fall erlauben, damit Sie auch wirklich erholt zurückkommen.