AOK Plus Bewerbungsplaner

Das Arbeitszeugnis für Auszubildende

Konstruktive Kritik oder Startrampe für die berufliche Zukunft? Das am Ende der Ausbildung anzufertigende Arbeitszeugnis stellt Ausbildungsbetriebe oft vor einige Herausforderungen. 

Zunächst: Der Auszubildende hat bei Beendigung der Ausbildung – auch bei vorzeitigem Ende des Ausbildungsverhältnisses – Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.

Grundlage dafür ist das Berufsbildungsgesetz (§ 8 BBiG). Das Zeugnis muss selbst dann ausgestellt werden, wenn der Auszubildende keinen Wert darauf legt.

Einfaches Ausbildungszeugnis – keine Wertung enthaltend:

  • Art (betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung)
  • Dauer (rechtliche Dauer)
  • Ziel der Berufsausbildung (Angabe des Ausbildungsberufes)
  • Erworbene Fertigkeiten und Kenntnisse

Qualifiziertes Ausbildungszeugnis – bewertend:

  • Alle Angaben des einfachen Zeugnisses
  • Beurteilung der Leistung
  • Beurteilung der besonderen fachlichen Fähigkeiten
  • Bewertung der Führung (Sozialverhalten)

Der Standard ist das einfache Ausbildungszeugnis. Ein qualifiziertes Zeugnis wird erst auf Wunsch angefertigt. Allerdings sollte man den Auszubildenden vorab über beide Möglichkeiten informieren, damit er frühzeitig wählen kann.

Zwischen Wahrheit und Wohlwollen

Das Zeugnis für einen Auszubildenden muss wahr sein und darf nicht bei einem späteren Leser zu Fehlannahmen über den Charakter oder das Können des Bewerteten führen. In diesem Fall müsste der Zeugnisaussteller sogar für entstandenen Schaden haften. Zugleich sollte aber immer mit Wohlwollen geurteilt werden. Subjektive Beurteilungen, die beispielsweise auf der Basis persönlicher Sympathie oder Antipathie entstanden, sind unbedingt zu vermeiden.

Nicht erlaubte Angaben

Im Falle einer vorzeitigen Auflösung des Ausbildungsverhältnisses darf der Grund für die Kündigung von Seiten des Betriebs nicht genannt werden. Bei einer Eigenkündigung ist die Formulierung „auf eigenen Wunsch“ dagegen erlaubt. Auch eine Betriebsaufgabe, die zu einem beiderseitig unverschuldeten Ausbildungsende führt, ist klar zu benennen. Krankheiten, private Angelegenheiten, aber auch Drogen- oder Alkoholkonsum dürfen nicht im Zeugnis auftauchen.

Ausstellung des Arbeitszeugnisses

Das Zeugnis wird mit dem Ende des Ausbildungsverhältnisses fällig und sollte am letzten Ausbildungstag übergeben werden. Bei einer Kündigung oder Eigenkündigung ist mitunter ein vorläufiges Zeugnis auszustellen, um die Neubewerbung des Auszubildenden zu ermöglichen. Muss die Ausbildung für eine längere Zeit unterbrochen werden – beispielsweise wegen Erziehungsurlaubs –, wechselt der Ausbilder oder möchte er sich auf eine andere Ausbildungsstelle bewerben, hat Ihr Azubi Anrecht auf ein Zwischenzeugnis.